Fellwechsel bei Hunden

Der Herbst steht vor der Tür und damit auch das Schmuddelwetter. Hunde erfreuen sich oftmals an der kühleren Jahreszeit und hüpfen in große Laubberge oder in matschige Pfützen. Was für den geliebten Vierbeiner ein riesen Spaß bedeutet, stellt Frauchen und Herrchen vor große Herausforderungen. Je länger das Hundefell und dichter das Unterfell, desto aufwendiger ist die Hundefellpflege.

Damit das Fell Deines Hundes auch während des Fellwechels im Herbst glänzt und nicht verfilzt, haben wir Dir in diesem Beitrag 5 Tipps zur richtigen Hundefellpflege für den Herbst zusammengestellt.

Tipp Nummer 1 - 1) Richtige Pflege für Hunde mit Unterwolle:

Richtige Pflege für Hunde mit Unterwolle:

Hunde, die neben dem Deckhaar auch ein dickes Unterfell besitzen, haaren zwischen den Jahreszeiten in der Regel mehr, als Hunde mit kurzen Deckhaar und keinem oder kaum Unterfell. Die Unterwolle ist im Gegensatz zum Deckhaar kürzer, nicht glatt und weicher. Es wächst nicht in eine Richtung sondern ist recht durcheinander und plüschiger. Der Grund für die Unterwolle besteht darin, dass die Luft zwischen Unterwolle und Deckhaar eingeschlossen wird und somit eine isolierende Wirkung besitzt. Hunde mit ausgeprägter Unterwolle, wie zum Beispiel Collies oder Huskys, frieren daher nicht so schnell.

Collie mit Unterfell
Husky mit Unterfell

Der Fellwechsel ist zwar zwischen Frühling und Sommer ausgeprägter als zwischen Sommer und Herbst, jedoch verliert er auch im Herbst eine ganze Menge Fell, das sich, wenn es nicht ausgebürstet wird, verfilzen kann.

Um den Fellwechsel zu unterstützen, benutzt man am besten spezielle Unterfellbürsten, die die herausgefallenen Unterhaare sanft entfernen und das schützende Deckhaar nicht verletzen.

Langhaarige Hunde müssen, neben den intensiven Jahreszeitwechsel, das ganze Jahr über regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen und Hautprobleme zu vermeiden. Hierfür verwendest Du am besten einen Kamm mit breiten Zinkenabständen oder eine Bürste mit langen Borsten. Generell gilt, je länger das Deckhaar, desto länger sollten auch die Borsten der Bürste sein.

Tipp Nr. 2 - Fellpflege für Kurzhaarhunde

Richtige Fellpflege für Kurzhaarhunde ohne Unterwolle:

Hunde mit kurzem Fell und ohne Unterwolle sind wesentlich pflegeleichter. Das Fell verfilzt nicht und sie verlieren weniger Haare zwischen den Jahreszeitenwechsel. Außerdem bleibt auch nach einem Spaziergang im Herbst und Winter weniger Dreck im Fell hängen und sie müssen weniger gebürstet werden.

Jedoch erneuert sich das Deckhaar eines Kurzhaarhundes während des ganzen Jahres, so dass sie immer Fell verlieren. Kurzhaarhunde frieren auch wesentlich schneller als Hunde mit Unterfell und langen Haaren und sind empfindlicher bei Nässe. 

Für die Pflege Deines Kurzhaarhundes bietet sich anstatt einer Bürste, ein Fellpflegehandschuh an, der die abgefallen Hundehaare aufnimmt. Natürlich kannst Du für die Fellpflege Deines Kurzhaarhundes auch eine Bürste verwenden. Diese sollte jedoch aus weichen Naturhaarborsten bestehen.

Fellwechsel bei Hunden

Positive Nebeneffekte beim Bürsten Deines Hundes

  • Die Durchblutung wird angeregt
  • Dein Hund genießt die extra Aufmerksamkeit
  • Der Kreislauf Deines Hundes wird angeregt
  • Dein Hund gewöhnt sich daran, am ganzen Körper berührt zu werden
Das richtige Baden von Hunden

Das richtige Baden Deines Hundes:

Hund richtig baden

Generell sollten Hunde nicht zu oft gebadet werden. Aber manchmal kommt man nicht drum herum. Wenn sich Dein Hund zum Beispiel in einer matschigen Pfütze gewälzt hat! Bevor das Fell verklebt oder stinkt sollte er dann doch mal gebadet werden. Aber bitte nicht mit einem Shampoo für Menschen. Das Menschen-Shampoo ist sogar schädlich für das Hundefell, da es nicht auf den PH-Wert des Hundefells abgestimmt ist. Das kann zu Hautirritationen und Schuppenbildung führen. Außerdem wird durch das Menschen-Shampoo die wasserabweisende Wirkung des Fells beeinträchtigt.

Daher bekommt man in vielen Tierfachgeschäften zahlreiche Hundeshampoos, die extra für die Bedürfnisse Deines Vierbeiners entwickelt wurden. Hundeshampoos sollten seifen- und parfümfrei sein und eine rückfettende Wirkung besitzen. Achte noch zusätzlich darauf, dass das Wasser handwarm ist.

Nach dem Baden solltest Du Deinen Hund gründlich abtrocknen und an einem warmen Ort trocknen lassen. Ansonsten droht die Gefahr, dass er sich erkältet.

Tipp Nummer 4 - Der Besuch beim Hundefriseur

Der Besuch beim Hundefriseur:

Fellwechsel bei Hunden

Manche Hunderassen müssen aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit regelmäßig geschoren werden. Wenn Du Dir selber nicht sicher bist, ob Du das kannst, oder Dein Hund zu gestresst von dem Scheervorgang ist, dann ist es sinnvoll einen Hundefriseur aufzusuchen. 

Die Profis kennen sich in den meisten Fällen sehr gut mit den unterschiedlichen Rassen und Pflegebedürfnissen aus und wissen genau, wie Dein Vierbeiner zu scheren ist.

Die richtige Hundeernährung für ein gesundes Fell

Die richtige Ernährung für ein gesundes Fell:

Sieht das Fell Deines Hundes trotz intensiver Pflege spröde und ungesund aus, kann es daran liegen, dass er gesundheitliche Probleme oder Mangelerscheinungen hat. Denn genau wie bei uns Menschen, ist die richtige und gesunde Ernährung auch wichtig für Hunde und die Fell- und Hautgesundheit.

Wenn Du den Eindruck hast, dass etwas mit Deinem Hund nicht stimmt, dann kläre das bitte mit Deinem Tierarzt ab. Das richtige Hundefutter verhilft auch zu einem glänzenden, kräftigen und gesunden Fell. Welche Bedürfnisse ein Hund hat und was ein Hund verträgt, ist von Hund zu Hund verschieden. Jedoch gibt es natürliche Nahrungsergänzungen, die man dem Hund zu seinem Futter hinzugeben kann, um das Fellwachstum und die Fellgesundheit zu unterstützen, zum Beispiel natürliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren wie Leinöl, Hanföl und Fischöl.

Bevor Du Deinem Hund allerdings diese Nahrungsergänzungsmittel verabreichst, solltest Du das unbedingt mit Deinem Tierarzt abklären.

Fazit für die Fellpflege:

  • Pflege das Fell Deines Hundes regelmäßig und beuge somit Verfilzungen und Hautproblemen vor.
  • Befreie Deinen Hund während des Fellwechsels täglich von abgestorbenen Haar. Das dichte und wuschelige Unterfell benötigt besonders viel Aufmerksamkeit.
  • Erkundige Dich bei Deinem Tierzüchter oder Tierarzt nach der angemessenen Fellpflege für Deinen Hund.
  • Lass Dich beim Kauf der Hundebürste bzw. –kamm für Deinen Hund im Tierfachgeschäft beraten.
  • Beginne mit der Fellpflege Deines Hundes schon im Welpenalter, damit er sich frühzeitig daran gewöhnt.
  • Bade Deinen Hund nur wenn es notwendig ist und nicht zu oft.
  • Verwende für das Baden ausschließlich Hundeshampoo, das auf die Fellbeschaffenheit Deines Hundes abgestimmt ist. Damit es nicht zu Hautreizungen, Zerstörungen von Talg- und Säureschutzfilmen oder Schuppen kommt.
  • Wenn es dann doch mal passiert! Das Fell Deines Hundes ist verfilzt oder muss dringend geschoren werden und Du bist Dir nicht sicher wie es richtig geht, oder Dein Hund wehrt sich zu heftig, dann besucht doch einen Hundefriseur. Die Profis helfen Dir gerne und geben Dir bestimmt noch wichtige Pflegetipps mit auf dem Weg.

Die verschiedenen Felltypen im Überblick:

Wie oben schon erwähnt, kommt es auf die Fellbeschaffenheit und die Felllänge Deines Hundes an, wie intensiv und häufig er gebürstet und gepflegt werden sollte. Grundsätzlich wird zwischen fünf verschiedenen Felltypen unterschieden:

Hundefelltyp: Kurzhaar

Kurzhaarhunde haben ca. ein bis zwei Zentimeter langes Fell. Es ist glatt und liegt eng am Körper an. Die Pflege des Fells ist meistens nicht sehr aufwendig. Es wird zwischen drei verschiedenen Kurzhaartypen unterschieden:

  1. Kurzhaar mit viel und dichter Unterwolle (z.B. der Labrador oder Kurzhaar-Collie)
  2. Kurzhaar mit wenig Unterwolle (z.B. der Dalmatiner oder Dobermann)
  3. Kurzhaar als einzige Fellart (z.B. Whippet)

Pflegetipps für Kurzhaarhunde:

  • Benutze für das Bürsten keine Bürsten mit Metallzinken
  • Verwende für die Entfernung von abgestorbenen Haar Bürsten mit Kunststoffzinken oder -noppen
  • Für die Durchblutung und Massage verwende einen Massagehandschuh oder eine Massagebürste. Der Handschuh und die Bürste nehmen gleichzeitig auch abgestorbene Haare auf.

Hundefelltyp: Langhaar

Langhaarhunde besitzen ca. 7 bis 20 Zentimeter langes und glattes Deckfell. Die Pflege des Fells ist deutlich aufwendiger und zeitintensiver als für Hunderassen mit kurzem Fell. Viele Langhaarhunderassen besitzen zudem noch eine dichtes Unterfell, welches noch zusätzlich Pflege benötigt, damit es nicht verfilzt.

Es wird zwischen drei verschiedenen Langhaartypen unterschieden:

  1. Langhaar mit viel und dichter Unterwolle (z.B. Tibet Terrier, Bearded Collie, Briard)
  2. Langhaar mit wenig Unterwolle (z.B. Cocker Spaniel, Border Collie)
  3. Langhaar als einzige Fellart (Maltester, Coton de Tulear, Havaneser)

Pflegetipps für Langhaarhunde

  • Langhaarrassen sollten täglich gebürstet werden. Erst recht während des Fellwechsels.
  • Zur Pflege des Unterfells ist eine spezielle Unterfellharke bzw. -bürste notwendig.
  • Für das Deckfell verwende am besten einen Langzinkigen Fellkamm.
  • Falls Verfilzungen auftreten, kannst Du mit einer Entfilzungsharke vorsichtig versuchen diese zu entfernen. Notfalls ist ein Besuch beim Hundefriseur notwendig.
  • Das Hundeshampoo sollte immer gut mit handwarmen Wasser ausgespült werden. Verwende nur ph-neutrales und spezielles Hundeshampoo und -conditioner.
  • Langhaarige Hunde, die keine Unterwolle besitzen und somit auch keinen Fellwechsel, sollten nicht geschoren, sondern nur geschnitten werden.

Hundefelltyp: Rauhaar bzw. Drahthaar

Rauhaarrassen besitzen ein sehr drahtiges, mittellanges und festes Fell. Zusätzlich ist das sogenannte Drahthaar wasserabweisend und harsch. Oft haben Rauhaarhunde ein dichtes Unterfell, welches sich, sobald es abgestorben ist, im Deckfell verfangen kann. Daher ist es notwendig, das abgestorbene Haar regelmäßig herauszuzupfen. Drahthaarhunde sollten daher regelmäßig getrimmt werden. Durch das Trimmen bzw. Herauszupfen des Deckhaares, wird dem neuen Deckhaar ein neuer Wachstumsimpuls verliehen, die Farben des Fells bleiben erhalten und die Struktur bleibt stark und kräftig.

Rassebeispiele für Rauhaarhunde:

  • Rauhaardackel
  • Schnauzer
  • Westhighland Terrier
  • Fox Terrier
  • Parson Jack Russel Terrier

Pflegetipps für Rauhaarhunde

  • Es ist notwendig das abgestorbene Fell regelmäßig zu trimmen bzw. herauszuzupfen. Dafür kannst Du eine spezielle Zupfbürste verwenden.
  • Für die Pflege des Unterfells benutze eine Unterwollharke, die die abgestorbenen Haare aufsammelt.

Hundefelltyp: Stockhaar

Einige Hunderassen besitzen das sogenannte Doppelfell, d.h. dass das Deckstockfell genauso lang ist wie die Unterwolle. Langstockhaarhunde haben ein glattes oder leicht gewelltes Deckfell.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Stockhaarrassen: 

  1. Langstockhaarhunde besitzen ca. 5 bis 10 Zentimeter langes Fell (z.B. Langhaarschäferhund)
  2. Kurzstockhaar ca. 3 bis 4 Zentimeter (z.B. Husky, Mops, Beagle)

Pflegetipps für Stockhaarhunde

  • Entferne regelmäßig abgestorbenes Deckhaar und Unterfell, dadurch wird das neue Fell zum Wachstum angeregt und das alte Fell juckt nicht auf der Haut.
  • Dazu kannst Du eine spezielle Pflegebürste, eine Massagebürste und für das lange Fell einen Fellkamm verwenden.

Hundefelltyp: Wellhaar

Welliges bzw. lockiges Fell ist zumeist lang und mehr oder weniger stark gelockt. Häufig besitzen Wellhaarhunde kein Unterfell, jedoch ist das Fell genauso pflegeintensiv wie Langhaarfell mit Unterwolle. 

Da diese Hunde kaum Haare verlieren und kein Unterfell besitzen, sind sie gut geeignet für Allergiker. 

Rassebeispiele für Hunde mit welligen bzw. lockigen Fell:

  • Pudel
  • Labradoodle
  • Cockapoo
  • Bichon
  • Bolonka Zwetna
  • Irish Soft Coated Wheaten Terrier
  • Portugiesischer Wasserhund

Pflegetipps für Wellhaarhunde

  • Wie oben schon beschrieben, verlieren diese Hunde kaum Fell, daher muss es regelmäßig geschnitten werden.
  • Da das gelockte Fell zu Verfilzungen neigt, sollte das Bürsten und Kämmen auf der täglichen ToDo-Liste stehen. Für die Pflege eignen sich besonders gut ein Fellkamm und eine Zupfbürste.
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