Die richtige Welpenernährung für ein gesundes Hundeleben

Mit einer artgerechten und richtigen Welpenernährung wird der Grundstein für ein gesundes und vitales Hundeleben gelegt. In den ersten vier Lebenswochen Deines Welpen wird er in den meisten Fällen von der Hündin durch die Muttermilch optimal versorgt. Gute Züchter geben die Welpen auch erst nach der Entwöhnung von der Muttermilch ab.

Ab der vierten bis achten Woche stellt die Hündin das Stillen ein und die Welpen nehmen ab dann feste Nahrung zu sich. Ab diesem Zeitpunkt übernimmst Du die Verantwortung dafür, dass der kleine Welpe mit den richtigen Nährstoffen für seine Bedürfnisse versorgt wird.

Welpen haben andere Bedürfnisse als ausgewachsene Hunde. Welpen sind sehr viel aktiver als ausgewachsene Hunde, und haben daher einen viel höheren Energiebedarf, der durch die Welpenernährung, ausgeglichen werden muss. Daher wäre es falsch, wenn Du Deinem Hund von Anfang an Hundefutter für ausgewachsene Hunde geben würdest. Neben den Energiebedarf benötigt Dein Welpe auch viele Mineralstoffe, Vitamine und Proteine.

Wie gewöhne ich meinen Welpen an das Welpenfutter?

Anfangs ist es ratsam Deinem Welpen etwas weniger Welpenfutter zu geben, um den Verdauungsapparat an das feste Futter zu gewöhnen und ihn zu entlasten. Wenn in den ersten drei Tagen kein Erbrechen, Durchfall oder Blähungen auftreten, kannst Du Deinem Welpen etwas mehr Welpenfutter geben. Falls Durchfall, Erbrechen oder Blähungen auftreten, solltest Du zu Deinem Tierarzt gehen und ihn um Rat fragen. Zu hoher Flüssigkeitsverlust kann für Deinen Welpen lebensbedrohlich werden.

Wie oft sollte ich meinen Welpen mit Welpenfutter füttern?

  • Ab der vierten Woche bis zum vierten Monat fütterst Du am besten Deinen Welpen ca. vier bis fünfmal am Tag.
  • Ab dem vierten Monat bis zum Alter von sechs Monaten sind drei Mahlzeiten am Tag für Deinen Welpen ausreichend.
  • Ab sechs Monate kannst Du die Welpenfutter-Mahlzeiten auf zwei bis einmal am Tag reduzieren.

Wichtig ist, dass Du Deinen Welpen an festen Tageszeiten fütterst, denn dann kann sich der Verdauungsapparat auf das feste Welpenfutter einstellen. Zusätzlich lernt Dein kleiner Vierbeiner sich auf Dich verlassen zu können.

Die Wachstumsphasen Deines Welpen:

Welpen wachsen je nach Hunderasse unterschiedlich schnell. Kleine Hunderassen haben eine schnellere Wachstumsgeschwindigkeit als große Hunderassen. Kleine Hunderassen, wie Chihuahuas zum Beispiel haben bereits nach circa einem Jahr schon 90 Prozent Ihres Endgewichts und -größe erreicht. Deutsche Doggen, Neufundländer oder andere große Hunderassen wachsen hingegen viel langsamer und haben ihre Endgröße und -gewicht erst nach circa zwei Jahren erreicht.

Aus diesem Grund unterscheiden die Hundefutter Hersteller, nicht nur zwischen den Altersgruppen von Hunden, sondern auch zwischen Welpenfutter für kleine, mittelgroße und großen Hunderassen.

Ziel ist es bei der Fütterung eine durchschnittliche Wachstumskurve für die jeweilige Hunderasse zu erreichen. Überfütterung oder Unterfütterung sollte unbedingt vermieden werden. Dein Welpe sollte circa zwei bis vier Gramm pro Tag, pro Kilogramm des erwarteten erwachsenen Gewichtes zunehmen.

Konkret bedeutet das, wenn das Endgewicht Deines Hundes 20 Kilogramm ist, sollte Dein Welpe bzw. Junghund, innerhalb der ersten fünf Monate, ca. 40 bis 80 Gramm pro Tag schwerer werden. Als Kontrolle solltest Du Deinen Welpen regelmäßig wiegen.

Ratgeber für Welpenernährung

Welche Inhaltsstoffe sollten im Welpenfutter enthalten sein?

Auf den Welpenfutter Verpackungen stehen die Angaben beziehungsweise die Zusammensetzung zu den Inhaltsstoffen des jeweiligen Trockenfutter oder Nassfutter beschrieben. Aufgeführt wird zum Beispiel der Anteil des Fleisches, tierische Nebenerzeugnissen oder Gemüse. Zusätzlich wird vom Hundefutterhersteller auch der prozentuale Anteil von Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen angegeben. Das sind nützliche Hinweise, für welches Hundealter und Hundegröße das jeweilige Welpenfutter geeignet ist. Da in den ersten Monaten eines Welpen die Grundlage für seine Gesundheit gelegt wird, lohnt es sich einen prüfenden Blick auf das Hundefutter zu werfen.

Auf folgende Inhaltsstoffe solltest Du im Welpenfutter achten:

Vitamine:

  • Genau wie bei uns Menschen sind Vitamine in der Hundeernährung unerlässlich. Sie sind Nährstoffe die, entweder gar nicht oder nicht in ausreichender Menge, im Hundeorganismus hergestellt werden können. Daher müssen Hunde bzw. Welpen sie durch die Nahrung aufnehmen. In hochwertiger Vollnahrung wie Trocken- oder Nassfutter sind die notwendigen Vitamine schon in ausreichender Form vorhanden. Sollte Dein Hund jedoch nicht genügend wichtige Vitamine bekommen, kann es zu Mangelerscheinungen oder Stoffwechselstörungen kommen. Unterschieden wird zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen. Insgesamt benötigt Dein Welpe, bzw. ausgewachsene Hund, zwölf wichtige Vitamine. Vitamin A, D, E und K zählen zu den fettlöslichen Vitaminen, sie lösen sich nur durch die Beigabe von Ölen und Fetten. Diese vier Vitamine werden im Organismus gespeichert. Daher kann es schnell zu einer schädlichen Vitamin Überversorgung kommen. Das für die Blutgerinnung wichtige Vitamin K ist eine Ausnahme, es wird nämlich von den Darmbakterien selbst hergestellt. Die anderen drei Vitamine A, D und E müssen durch die Nahrung zugeführt werden.
Fettlösliche Vitamine
  • Das Vitamin A ist wichtig für das Wachstum Deines Welpen, insbesondere ist es wichtig für die Entwicklung von Haut und Knochengewebe. Fehlt Deinem Welpen Vitamin A kann es zu einer erhöhten Infektionsanfälligkeit kommen. Wird Dein Welpe jedoch mit Vitamin A überversorgt, kann es zu einer Knochendeformierung kommen.
  • Das Vitamin D ist für den Calciumgehalt im Blut verantwortlich.
  • Das Vitamin E stärkt das Immunsystem Deines Welpen. Der Vitamin E Bedarf hängt von der Zufuhr von ungesättigter Fettsäuren und Selen ab. Daher achtet beim Kauf von Fertigfutter auf die ausgewogene Menge von diesen Nährstoffen.
Wasserlösliche Vitamine
  • Vitamin B1 (Thiamin) ist für die Funktion des Nervensystems unverzichtbar
  • Vitamin B2 (Riboflavin) ist an vielen Stoffwechselfunktionen beteiligt
  • Vitamin B6 (Pyridoxin) ist für die Blutbildung unerlässlich. Eine Unterversorgung an Vitamin B6 kann zu einer Blutarmut führen

Proteine und Eiweiß:

  • Proteine, auch Eiweiß genannt, versorgen den Hundeorganismus mit Energie und sind für die Funktion des Stoffwechsels und Immunsystems unentbehrlich. Sie werden im Körper selbst produziert und zusätzlich durch das Hundefutter aufgenommen. Fisch und Fleisch liefern Deinem Welpen die notwendigen Proteine und das Material zur Synthese. Eiweiß enthält wichtige Aminosäuren, die für ein gesundes Wachstum des Körpers verantwortlich sind. Nicht alle Aminosäuren können vom Hund gleich gut verwertet werden, daher solltest Du auf ein Welpenfutter achten, das tierisches, hochwertiges Eiweiß enthält.

Mineralstoffe:

  • Mineralien sind lebensnotwendige Stoffe für den Körper Deines Welpen. Sie sind in pflanzlicher und tierischer Nahrung enthalten. Mineralstoffe sind für den Knochenaufbau und für Stoffwechselvorgänge verantwortlich. Eine Überversorgung, aber auch eine Unterversorgung sind schädlich für das Wachstum Deines Welpen. Daher solltest Du auf die genaue Dosierung von Mineralstoffen achten. In dem fertigen Welpenfutter sind in der Regel genug Mineralstoffe enthalten. Eine Beimischung von zusätzlichen Mineralstoffpräparaten ist daher nicht notwendig.
Wichtige Mineralstoffe für Deinen Welpen:
  • Zink ist mitunter für das Immunsystem, Zellwachstum und eine elastische Haut verantwortlich
  • Jod ist für die Schilddrüsenfunktion von großer Bedeutung
  • Calcium unterstützt den gesunden und kräftigen Knochenbau, fördert den Stoffwechsel und die Blutgerinnung
  • Phosphor ist ebenfalls für den Stoffwechsel zuständig und für die Bildung energiereicher Phosphate
  • Kalium unterstützt unter anderen den Muskelaufbau
  • Eisen ist für die Blutbildung verantwortlich
  • Kupfer unterstützt die Knochen- und roten Blutkörperchen-Bildung
  • Mangan unterstützt das Wachstum und den Stoffwechsel
  • Selen ist gut fürs Immunsystem und die Schilddrüse
  • Lysin ist eine essentielle und lebenswichtige Aminosäure
  • Methionin ist ebenfalls eine Aminosäure, die für die Leber und Nierenfunktion zuständig ist

Kohlenhydrate:

  • Kohlenhydrate werden hauptsächlich durch pflanzliche Bestandteile im Welpenfutter aufgenommen und liefern Deinem Welpen viel Energie. Dein Welpe benötigt während seiner Wachstumsphase sehr viel Energie, deshalb darf ein geringer Kohlenhydratanteil im Welpenfutter nicht fehlen.
  • Aber achtung, es gibt zwei verschiedene Arten von Kohlenhydraten. Die verdaulichen Kohlenhydrate (Stärke) und die unverdaulichen Kohlenhydrate (Ballaststoffe). Die verdaulichen Kohlenhydrate enthalten Mehrfachzucker und liefern daher nachhaltige Energie. Enthalten sind die verdaulichen Kohlenhydrate in zum Beispiel Karotten, Brokkoli, Kohlrabi, Feldsalat, Gurke, Kürbis und Apfel. Die unverdaulichen Kohlenhydrate liefern, durch den enthaltenen Einfachzucker, nur einen kurzen Energieschub, der genauso rasant wieder abfällt. Enthalten sind die unverdaulichen Kohlenhydrate in Mais, Nudeln, Weizen und Reis.

Fette und Fettsäuren:

  • Neben den Kohlenhydraten sind auch Fette wichtige Energielieferanten für Deinen jungen Vierbeiner. Fette helfen zusätzlich noch, dass die einzelnen Bestandteile des Welpenfutters besser verdaut werden können. Die Fette sorgen auch dafür, dass die wichtigen und notwendigen fettlöslichen Vitamine A, D, E und K vom Organismus aufgenommen werden können. Die Fette und Fettsäuren sind zum Größten Teil in den tierischen Erzeugnissen enthalten. Das Welpenfutter ist oft mit Fischöl oder Leinöl angereichert, die die wichtigen Omega-3 und oder Omega-6 Fettsäuren enthalten. Der Rohfett-Anteil, d.h. alle Fettsäuren im Welpenfutter, beträgt acht bis dreizehn Prozent.
  • Fette sorgen für ein glänzendes Fell und beugen Hautentzündungen und Haarausfall vor.
  • Fette sollten jedoch nur in Maßen verfüttert werden, denn überflüssiges Fett wird, genau wie bei uns Menschen, in Depots als Körperfette abgespeichert. Die Folge ist, dass der Welpe zu dick wird und das kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

Fazit:

Füttere Deinen Welpen kontrolliert mit speziellen Welpenfutter für eine gesunde Entwicklung ohne Beeinträchtigung des natürlichen Wachstums. Zusätzlich wird das Risiko von Adipositas (Fettsucht) und Skelettfehlbildungen vermieden. Die zusätzliche Fütterung von Mineralstoffen und Vitaminen, zu speziellen Fertigfutter für Welpen, kann zu einer Überversorgung dieser Nährstoffe führen. Eine Überversorgung von Calcium, Phosphor und Vitamin D hat die Folge, dass es zu einer  Schädigungen des Knochenbaus kommen kann, was wiederum zu Entwicklungsproblemen des Skelettes führen kann.

Falls Du Dir also nicht sicher bist, ob Dein Welpe genug Nährstoffe durch sein Welpenfutter erhält, sprich lieber mit dem Tierarzt, er kann Dir Tipps zur richtigen Welpenernährung geben und weiß genau bescheid, was Dein Welpe benötigt.

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